Kartoffelschädlinge

Ob Ihre Knollen angefressen sind, merken Sie leider erst bei der Ernte. Je nach den sichtbaren Fraßspuren kommen verschiedene Tiere in Frage. Denn nicht nur die oberirdisch gut sichtbaren Kartoffelkäfer interessieren sich für unsere Knollen.

Erdraupen
Höhlenartig ausgefressene Kartoffelknollen weisen auf Erdraupen hin. Die Raupen haben großen Appetit und können die Knollen in der Erde stark anfressen. Sie sind leider schwer zu entdecken. Nachts kommen sie aus der Erde und fressen an den oberirdischen Pflanzenteilen. Nur wenn Sie genau hinschauen, können Sie die jungen grünlichen oder älteren graugrünen Raupen entdecken. Werden sie berührt, lassen sie sich fallen und drehen sich ein. Aus den Raupen entwickeln sich Nachtfalter, meist graubraun geflügelte Eulenfalter verschiedener Arten.
 
Sie können die Raupen in der Dunkelheit mit der Taschenlampe suchen und einsammeln und so den Befall eindämmen. Bei der Bodenbearbeitung aufgewühlte Raupen werden von Vögeln gefressen.
 
 
Drahtwürmer
Drahtwurmfraß erkennen Sie an kreisrunden, stecknadelkopfgroßen Löchern in den Kartoffelknollen. Besonders wenn es trocken ist, fressen sich die Drahtwürmer in die saftigen Knollen. War Ihr Kartoffelbeet bis vor kurzem noch eine Wiese oder ein Rasen? Dann können die Knollen stark von Drahtwürmern befallen sein. Das lässt in den darauf folgenden Jahren nach.
 
Drahtwürmer sind die Larven von verschiedenen Schnellkäferarten. Die gelben oder braunen Larven leben im Boden, meist unter Rasenflächen. Dort fressen sie an den Wurzeln der Pflanzen. Nach drei bis fünf Jahren verpuppen sie sich und im Frühjahr schlüpft der Schnellkäfer. Sein Name kommt daher, dass er sich auf den Rücken gelegt mit seinem Nackenschild und einem Knackgeräusch in die Luft schleudert, um wieder auf den Beinen zu landen.
 
Speisekartoffeln, die einzelne Löcher haben, können Sie ausschneiden, zu stark durchlöcherte Knollen aussortieren.
 
Haben Sie vielleicht sogar schon einen Drahtwurm gesichtet oder eine Knolle mit Drahtwurmfraß geerntet? Sind Ihre Kartoffelpflanzen noch nicht abgeerntet, hilft es, die Erde gründlich aufzulockern. Auf kleineren Flächen können Drahtwürmer auch mit ausgelegten Kartoffelscheiben angelockt werden. Vögel und Hühner picken sie nach der Bodenbearbeitung auf. Außerdem sind Ringelblumen gute Kartoffelnachbarn, da sie für den Drahtwurm giftig sind.
 
 
Feld- und Wühlmäuse
 
Feldmäuse sind oberirdisch unterwegs, Wühlmäuse bewegen sich durch flache Gänge in der Erde. Die Nager fressen sich im Garten an Möhren, Topinambur und Kartoffelknollen satt. Die Knollen zeigen dann Spuren der Nagezähne. Besonders wenn im Herbst auf den Feldern die Nahrung knapp wird, ziehen Mäuse in die Gärten. Hier gibt es noch genug Futter für die Nagetiere. Wenn Katzen und Hunde durch den Garten patrouillieren, gibt es wenig Probleme mit Mäusen. In naturnah gepflegten Gärten sorgen natürliche Feinde wie Mauswiesel oder Sperber dafür, dass die Nager sich nicht zu sehr ausbreiten.
 
Im Hochbeet, das unten mit einem feinen Drahtgeflecht ausgelegt ist, ist der Kartoffelanbau erst mal sicher. Das Gitter sollte etwa zehn Zentimeter hoch sein. Im Herbst hilft es, die reifen Knollen nicht zu lange im Boden zu lassen und lieber zu ernten und sicher im Lager aufbewahren.