Die Wahl der Kartoffel des Jahres
Wussten Sie schon, dass es seit 2006 eine „Kartoffel des Jahres“ gibt? Eine Jury aus Vertretern von Vereinen zur Erhaltung alter Nutzpflanzen, Freilichtmuseen, Verbraucherorganisationen und landwirtschaftlichen Arbeitsgemeinschaften vergibt diese Auszeichnung.
Die erste Wahl fiel auf die Sorte „Blauer Schwede“. Damit sollte gezeigt werden: Kartoffeln sind nicht immer nur gelbschalig und gelbfleischig. Kriterien für die Auswahl sind Sorten, die älter als 30 Jahre sind und ohne Gebühren nachgebaut werden können. Das hat mit dem Sortenschutz zu tun, der nach diesem Zeitraum erlischt.
Die Wahl wird seit diesem Jahr unter dem geänderten Namen „Alte Kartoffelsorte des Jahres“ fortgesetzt.
Die Vergabe dieses Titels soll für die Vielfalt an Kartoffelsorten, und besonders für alte Sorten sensibilisieren. Denn anders als beispielsweise bei alten Apfelsorten ist das Interesse an den Sorten bei Kartoffeln eher gering. Von den in Deutschland 2025 zugelassenen 239 Sorten werden je nach Region im Handel etwa fünf bis acht Speisekartoffel-Sorten angeboten. Den Verbraucher interessiert meist der Kochtyp (festkochend, vorwiegend festkochend, mehlig kochend) mehr als der Sortenname. Wer für sich eine gut schmeckende Sorte gefunden hat, sollte sich also unbedingt deren Namen merken!
Ohne alte Sorten gäbe es keine modernen Kartoffelsorten. Die Züchtung einer neuen Sorte dauert etwa 10 bis 14 Jahre. Für Neuzüchtungen wird dazu auf Erbsubstanz und bewährte Eigenschaften von bestehenden Sorten, alten Sorten oder sogar Kartoffel-Wildarten zurückgegriffen. Da wir angesichts der klimatischen Veränderungen nicht wissen, was wir in Zukunft an Resistenz- und Anbaueigenschaften benötigen, ist eine solche genetische „Reserve“ in Form älterer Sorten sehr wichtig. Ihre Eigenschaften sind meist bekannt und sie können durch Züchtung neu kombiniert werden.
Ohne alte Sorten gäbe es keine modernen Kartoffelsorten. Die Züchtung einer neuen Sorte dauert etwa 10 bis 14 Jahre. Für Neuzüchtungen wird dazu auf Erbsubstanz und bewährte Eigenschaften von bestehenden Sorten, alten Sorten oder sogar Kartoffel-Wildarten zurückgegriffen. Da wir angesichts der klimatischen Veränderungen nicht wissen, was wir in Zukunft an Resistenz- und Anbaueigenschaften benötigen, ist eine solche genetische „Reserve“ in Form älterer Sorten sehr wichtig. Ihre Eigenschaften sind meist bekannt und sie können durch Züchtung neu kombiniert werden.
Es wird aber immer schwieriger, Kartoffel-Pflanzgut von alten Sorten zu bekommen. Um sie als Pflanzkartoffel handeln zu können, muss die Sorte in Deutschland oder einem anderen Land der Europäischen Union zugelassen sein. Der Sortenschutz einer Kartoffelsorte gilt für 30 Jahre. So gesehen sind Sorten mit Zulassung vor 1995 schon alt. Die ältesten, in der deutschen Sortenliste Kartoffeln von 2025 aufgeführten Sorten mit einer gewissen Marktbedeutung, sind ´Bintje` aus dem Jahr 1935, gefolgt von ´Sieglinde` (1950).
Zur Erhaltung der genetischen Vielfalt können seit 2006 vom Bundessortenamt so genannte Erhaltungssorten in einem vereinfachten Verfahren zugelassen werden. Dazu zählen zum Beispiel die Sorten ´Ackersegen` (1029), `Bamberger Hörnla` (regionale fränkische Sorte), ´Erna` (1976), ´Reichskanzler` (1885), ´Schwarzblaue Frankenwälder`(regionale Sorte aus Oberfranken) und ´Vogtländische Blaue` (regionale vogtländische Sorte).
